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#16

RE: Interviews

in Alles rund um die Band 10.04.2008 09:34
von Tillmania | 7.403 Beiträge

Interview mit Teils lächerlichen Antworten der Jungs

Sie sind eine der erfolgreichsten deutschen Bands, sicher aber auch eine der umstrittensten. Ralph Buchbender schnürte die Medienschelte zu handlichen Päckchen und lässt die Gruppe ausführlich zu Wort kommen.

In Amerika ticken die Uhren schneller. Brauchten Rammstein für den Durchbruch in Deutschland mehr als zwei Jahre, so gelang ihnen das gleiche in Amiland in knapp der Hälfte der Zeit. Show und Spektakel passen eben wie die Faust auf's Auge im Land der Traumfabriken. Und weil kaum einer versteht, was sie singen, muss man sich auch eher gegen Gay-Images wehren, denn gegen Faschovorwürfe.
Roskilde 1998. Soeben wird der Auftritt der Beastie Boys auf der großen Bühne, der Orange Stage, bejubelt. Nach den Beasties wird es etwas leerer vor der Bühne, zum einen, weil es schon fast ein Uhr nachts ist, und zum anderen, weil The Verve ihren Auftritt abgesagt haben. Dafür dürfen Rammstein auf die große Bühne wechseln. Der "Deutschland-Sechser" ist im Moment auf großer Auslands-Erfolgs-Fahrt und kommt mit der Empfehlung einer erfolgreichen Amerika-Regatta auf die großen europäischen Festivals. Rammstein ist im dänischen Roskilde aber scheinbar immernoch ausschließlich die Sache der deutschen Fans. Im unmittelbaren Radius von fünfzig Metern um mich herum höre ich fast nur deutschsprachige Jubelrufe, als um kurz nach halb zwei Sänger Till Lindemann wie gewohnt mit einem Flammenwerfer in der Hand die Rammsteinshow mit "Rammstein" eröffnet. Was aber nichts heißen muss, denn seit Rammstein lernt das Ausland angeblich auf einmal deutsche Texte auswendig. Diese und andere Erkenntnisse vermittelte mir anderthalb Stunden vorher Gitarrist Richard Z. Kruspe im roten Doppeldeckerbus der Plattenfirma im Backstagebereich. Gut, dass es nicht Flake war, denn der hatte es beim Rock am Ring-Festival gewagt, sich in meinem Beisein über Ozzy Osbourne lustig und damit der Majestätsbeleidigung strafbar zu machen. Eine Folge des schwelenden Knatsches zwischen Ozzy und Rammstein, die es gewagt hatten, als Co-Headliner eine größere Bühnenshow aufzufahren.

?: Zwischen euch und Ozzy Osbourne soll es beim Rock im Park-Festival Querelen gegeben haben, die sich auch noch bis zum Rock am Ring-Festival hinzogen. Was ist da konkret passiert?
!: Die Amis glauben immer, wer zuletzt spielt, ist der absolute Headliner und alle, die davor spielen, sind so etwas wie eine Vorband. Aber vom Veranstalter waren wir als erster von zwei Topacts angedacht. Das hatte man Ozzy wohl so nicht mitgeteilt, deshalb war er etwas sauer, als er mitbekam, dass unsere Bühnenproduktion wesentlich größer war als seine. Aber der meiste Stress ging nicht von Ozzy aus, sondern kam von seiner Frau. Da ist das dumme Ding passiert, dass unsere Crew beim Abbau einen Draht von der Pyroshow übersehen hatte. Das Teil kam jedenfalls während der Ozzy-Show runter und die haben uns dann vorgeworfen, wir hätten das absichtlich gemacht. Ich stand mit Till am Bühnenrand und auf einmal kam die Frau von Ozzy auf uns zu und hat uns tierisch angebrüllt, so hat sich früher nicht einmal meine Mutter aufgeregt. Die dachte tatsächlich, wir wollten Ozzys Show boykottieren, was natürlich nicht stimmte. Denn ich fand den Auftritt von Ozzy wirklich gut. Ich habe schon lange nicht mehr einen so guten Gitarristen gesehen wie den von Ozzys Band. Black Sabbath war natürlich auch immer eine Band, die mir gerade vom Songwriting her gut gefiel. Und eine der amerikanischen Bands, die mich von Jugend an prägten.

?: Stichwort Amerika. Im Herbst 1997 habt ihr KMFDM durch die Staaten begleitet, nachdem sie zuvor euch in Deutschland supporteten. Vorher gingen Gerüchte herum, dass es Deals mit Tool, Faith No More oder Korn geben sollte. Warum hat das nicht geklappt?
!: Das Problem besteht in der Koordination der ganzen Angebote, die es immer gibt. Durch die enorme Zeitverschiebung zu Amerika ergeben sich natürlich Probleme und außerdem sagen Amis sehr schnell ja. Eine Woche später ist dann auf einmal wieder alles unklar. Die Deutschen planen einfach anders. Wenn die zu etwas o.k. sagen, dann meinen sie das meistens auch so, was bei den Amis viel seltener der Fall ist. Deshalb gibt es ganz viele Angebote, die wahrscheinlich auch ernst gemeint sind, aber dann stellt sich heraus, dass es zeitlich oder organisatorisch nicht machbar ist. Oder das Angebot kam von einem Musiker und das Management teilt später mit, dass die Band zu dem Zeitpunkt schon ganz woanders einen Termin hat. Zur Tour mit KMFDM kann ich nur sagen, dass ich sie total klasse fand, weil wir nach langer Zeit mal wieder mit Leuten unterwegs waren, die hinterher zu Freunden geworden sind. Wer weiß, ob das mit anderen Bands auch so gut geklappt hätte.

?: Wie erklärt ihr euch den Publikumsanstieg bei euren Shows in den Staaten? Euer allererster Gig in New York vor rund einem Jahr fand vor etwa 100 Leuten statt, bei euren fünf Gigs Ende April und Anfang Mai dieses Jahres kamen im Schnitt schon 2.000 Zuschauer.
!: Dazu habe ich keine Erklärung. Es ist beinahe dasselbe wie vor drei Jahren in Deutschland. Die ersten Gigs haben wir damals auch alleine gespielt und außer im Osten Deutschlands, wo uns einige Leute noch von den Bands her kannten, in denen wir früher gespielt hatten, war der Zuschauerschnitt auch nicht gerade überwältigend. Dann kam die Tour mit Project Pitchfork und ab dann lief es auf einmal. Ähnlich ist es auch in Amerika, nur da geht eben alles etwas schneller. Amerikaner lieben das Spektakel und deshalb mögen sie auch unsere Show. Außerdem stehen sie auf unsere Sprache, womit wir auch nicht unbedingt gerechnet haben. Am Anfang gab es ja die Idee der Plattenfirma, wenigstens zwei Songs auf Englisch zu singen und Rammstein ist eine für viele Ideen offene Band, deshalb haben wir gesagt, o.k. lasst uns das mal probieren. Mit "Du Hast" und "Engel" haben wir das dann probiert und das klang gar nicht mal so schlecht. Ich fand das aber dann obercool, dass die Leute in den Staaten lieber Rammstein auf Deutsch hören wollten und die deutschen Texte haben sich dann einfach durchgesetzt.

?: Also wird es keine englische Ausgabe von "Sehnsucht" oder "Herzeleid" geben?
!: Auf keinen Fall. Aber ich möchte noch mal auf deine vorherige Frage eingehen. Natürlich haben wir uns Gedanken darum gemacht, warum Rammstein in den Staaten so gut funktioniert. Wir haben früher auch fast nur englischsprachige Bands gehört und kaum verstanden, was da gesungen wurde. Aber das war auch nicht wichtig. Wichtig war, dass Gesang und Musik harmonierten. Trotzdem haben wir mitgesungen. Genau dasselbe ist uns in Amerika passiert. Viele Leute im Publikum haben unsere Texte mitgesungen und ich weiß nicht, wieviele von denen überhaupt wussten, was sie da singen. Aber wir haben auch ganz viele Leute getroffen, die auf einmal ein unheimliches Interesse an der deutschen Sprache entwickelt hatten.

?: Gab es denn überall in Amerika die gleichen Reaktionen oder war das Interesse gebietsmäßig gespalten? Wie waren die Reaktionen der amerikanischen Medien? Gab es auch in Amerika Faschismus-Vorwürfe?
!: Gott sei Dank nicht. Alles, was bisher an faschistoiden Vorwürfen da war, kam immer nur aus Deutschland. Ab und an hat mal ein amerikanischer Reporter nachgefragt, wir haben da so was gehört, aber nie sind sie von selber auf solche Vorwürfe gekommen. Solche Fragen waren auch eher drittrangig, das Thema war Gott sei Dank kein Thema. Die Amerikaner gehen viel emotionaler an solche Sachen ran. Sie gucken sich die Show an und interpretieren das dann auch als Show. Gebietsmäßig gab es kaum Unterschiede, natürlich ist in den Großstädten wie L.A. oder New York noch mehr Publikum da, aber das ist überall auf der Welt so. Aber in Amerika ist es gerade in den Großstädten viel schwieriger sich durchzusetzen. Im mittleren Westen der Staaten leben die Leute quasi für harte Musik, das finde ich wirklich unglaublich, das ist für die so eine Art Messe, verstehst du, was ich meine? Sie atmen und leben für harte Musik. Dort akzeptiert man dich auch als Musiker viel mehr. In Deutschland bist du als Musiker überhaupt nicht akzeptiert. Da heißt es immer: "Lern doch lieber was Anständiges". In Amerika ist das anders. Dort wirst du als Musiker hundertprozentig akzeptiert und du wirst auch gefeiert, wenn du den Durchbruch schaffst. Dort hat man einen ganz anderen Status. Da rümpft keine Mutter die Nase, wenn ihre Tochter sagt, dass sie mit einem Musiker zusammen ist.

?: Auf eurer letzten Ami-Tour war Two euer Support. Rob Halford hat in einem Interview gesagt, dass er Rammstein sehr homoerotisch findet. Bekommt ihr aufgrund eures Auftretens viele Reaktionen in dieser Richtung?
!: Hat er wirklich homoerotisch gesagt? Die meisten Reaktionen dieser Art kamen eigentlich auf das Cover unserer ersten CD "Herzeleid". Mittlerweile finde ich dieses Cover sehr unerotisch, ja fast unschön und wir überlegen, ob wir das Cover nicht wechseln sollen, weil es einfach nicht zu uns passt. Aber nach unseren Videos und unseren Liveauftritten war eigentlich jedem klar, dass wir keine Gay-Band sind. Dafür sind auch einfach zu viele Frauen und Mädchen bei unseren Konzerten.

?: Nach "Engel" und "Du Hast" tauchte auf einmal "Das Modell" als Single auf. Nach dem Kraftwerk-Cover habt ihr "Du Riechst So Gut" in einer 98er-Version veröffentlicht und als nächstes kommt mit "Stripped" ein Depeche Mode-Cover als Single vom DM-Tribute-Album. Also olle Kamellen statt neue Singles vom neuen Album. Gibt "Sehnsucht" nicht mehr Singles her?
!: "Das Modell" war ein Song, den haben wir damals schon bei der "Sehnsucht"-Platte mit aufgenommen. Nach den Aufnahmen haben wir gemerkt, dass der Song zwar o.k. war, aber er passte nicht zu "Sehnsucht". Für mich ist ein Album immer ein abgeschlossenes Werk und eine Cover-Version passte da einfach nicht rein. Dann haben wir uns entschlossen, "Das Modell" als Single herauszubringen. Auch angespornt von der Tatsache, dass es noch niemand fertiggebracht hat, einen Kraftwerk-Song zu covern und zu veröffentlichen, weil Kraftwerk immer etwas dagegen haben. (Und wo kommen dann die veröffentlichten Cover her, z. B. "The Model" von Green Hill? Anm. d. Autors) Wir haben es letztendlich geschafft und das fanden wir auch gut. Ich persönlich finde jetzt nicht, dass "Das Modell" der absolute Überhit ist, aber ich find den Song gut und als Rammstein-Single vertretbar. Dann kam die Idee mit "Du Riechst So Gut". Ich persönlich mag diesen Song sehr und ich fand, dass er damals als unsere erste Single keine wirkliche Chance gehabt hat. Die Leute kannten uns nicht und er ist meiner Meinung nach viel zu sehr untergegangen. Ich fand die Idee total klasse, dem Song nochmal eine Chance zu geben. Da gab es natürlich einige Bedenken, ob man das machen kann, denn die wahren Fans hatten den Song schließlich schon. Aber ich finde es immer gut, wenn man anfängt, einfach Dinge zu machen, wo man das Gefühl hat, das ist gut, das geht o.k. Es gibt immer ganz viel Für und Wider. "Du Riechst So Gut '98" hat nicht so gut funktioniert, wie sich manche das vorgestellt hatten, was für mich kein Problem ist, weil, man macht eben manchmal auch Fehler. Obwohl das, was andere für Fehler halten, weil es wirtschaftlich nicht funktioniert, für mich keine wirklichen Fehler sind. Ich stehe nach wie vor zu der Entscheidung (Bei Rammstein sind Top 20-Singles also schon Flops. Anm. d. Autors). Jetzt gibt es die vielen Fürs und Widers auch bei "Stripped". Kann man einen englischsprachigen Song veröffentlichen? Darf man nach "Das Modell" schon wieder einen Cover-Song rausbringen und so weiter. "Sehnsucht" gibt natürlich noch mehr Singles her, gerade ich bin der große "Sehnsucht"-Befürworter, schließlich habe ich die Songs ja geschrieben. Aber von den anderen Ideen waren wir nun mal mehr begeistert.

?: Eure Singlepolitik greift euren Fans ganz schön tief ins Portemonnaie. Kurz vor "Stripped" kam die Singlebox heraus, dazu gibt es Fan-Editions ("Engel"), diverse Digipacks, zum Beispiel vom letzten Album "Sehnsucht", das riecht nicht so gut sondern ein bisschen nach Fan-Abzocke.
!: Das sehe ich nicht so, schließlich sind auf den Singles immer Bonustracks und Remixe drauf. Jetzt kann man natürlich sagen, wer braucht Remixe, aber ich persönlich finde Remixe gut. Und letztlich zählt nur, was ich, beziehungsweise wir als Rammstein, gut finden. Man kann nicht nur für die Fans arbeiten. Wenn ich 'rumfragen würde, was als nächste Single ausgekoppelt werden soll, dann gibt es wahrscheinlich hunderttausend verschiedene Antworten.

?: Aber ihr sorgt dafür, dass alles relativ schnell hintereinander passiert. Braucht der Rammsteinkult diese stete Präsenz?
!: Ich sehe Rammstein nicht als Kult. Rammstein ist eine Band mit sechs Musikern, von denen keiner im Vordergrund steht. Deshalb haben wir "Sehnsucht" auch mit sechs Coverseiten ausgestattet. Und unsere Veröffentlichungen kommen auch nicht schneller, als bei anderen Bands. Das ausgerechnet unser Depeche Mode-Beitrag als Single ausgesucht wurde, liegt einfach daran, dass es definitiv der beste Song auf dem DM-Tribute-Album ist. Ich habe es mir gestern komplett angehört und ich muss wirklich sagen, dass unser Beitrag der beste geworden ist.

?: Welche Beziehung habt ihr eigentlich zu Depeche Mode?
!: Jetzt kann ich natürlich anfangen zu schwärmen. Ich habe noch nie eine Band gehabt, die ich so sehr verehrt habe, wie Depeche Mode. Für diese Band empfinde ich einen ganz tiefen Respekt und Martin Gore ist für mich der Songwriter schlechthin. Ich habe früher gern Depeche Mode gehört, obwohl ich das nie laut sagen durfte, weil das in den Heavy-Kreisen natürlich überhaupt nicht angesagt war. Aber ich hatte immer ein gutes Gefühl zu der Band. Deshalb war es eine große Ehre für mich, als wir gefragt wurden, ob wir einen Song für's Tributalbum machen wollen. Nach der Anfrage habe ich gesagt: Geil, endlich mal wieder etwas, wo ich Spaß dran habe. Dann habe ich mich hingesetzt und Album für Album durchgehört und darüber nachgedacht, welche Nummer wir jetzt machen könnten. Das war nicht so einfach zu entscheiden, weil Depeche Mode musikalisch ganz anders arbeiten als wir. "Stripped" kristallisierte sich dann irgendwann heraus, und im Studio wurde der Song dann von mal zu mal besser und zum Schluss dachte ich, wow, was für eine geile Nummer.

?: Zu den Coversongs passt dann auch die Ähnlichkeit eurer Videos zu bestehenden Filmen. "Engel" erinnert stark an "From Dusk Till Dawn", "Du Riechst So Gut '98" hatte was von einer Mischung aus "Evil Dead" und "Tanz Der Vampire" und "Du Hast" kommt...
!: "Reservoir Dogs" sehr nahe. Ich weiß.

?: Ist das als eine Art Hommage an diese Filme Absicht?
!: Da machen wir gar keinen Hehl draus. Du hast immer Bezüge zu irgendwas und beim Betrachten von verschiedenen Szenen aus den genannten Filmen, dachten wir uns, das könnte man prima umsetzen. Wir gucken privat sehr oft und viele Filme und diese Videos sind eine Art Zitate aus den Filmen, mit denen wir etwas anfangen konnten.

?: Dann muss man sich den Vorwurf gefallen lassen, keine eigenen Ideen zu haben.
!: Also wenn du die Videos genau betrachtest, finde ich schon, dass daraus was ganz Eigenes entstanden ist. Wir drehen ja schließlich nicht nur irgendwelche Szenen nach. Und seien wir ehrlich, wenn ich mir Filme von Tarantino ansehe, dann kann ich dir Dutzende von Filmen nennen, die er covert. Das ist bei Kunst generell so. Du bist beeinflusst von bestimmten Sachen und daraus machst du dann etwas Neues. Das ist bei der Musik so, beim Film so und überall anders auch. Für mich ist das völlig legitim. Ich glaube, dass es einfach immer wichtiger wird, dass man Geschmack hat und das auch 'rüberbringt. Das Handwerk als solches wird immer unwichtiger, es wird einfach immer wichtiger zu sagen: Das finde ich gut. Michael Jackson zum Beispiel hat ungefähr zehn Programmer und Michael läuft nur noch rum und sagt: Halt stopp, diese Sequenz finde ich gut, das behalten wir. So bastelt er sich seine Songs zusammen.

?: Was kommt als nächstes? Welche Herausforderung steht nun an, um weiter medienwirksam zu bleiben?
!: Ich habe das Gefühl, wir haben in Deutschland in den letzten Jahren sehr viel gemacht und haben uns da keine Vorwürfe zu machen. Außerdem bin ich ein großer Freund vom Nicht-Spielen. Ich denke, wenn man zu oft tourt, geht sehr viel verloren vom Leben. Um neue Songs zu schreiben, muss ich Zeit haben, mich zu langweilen. Es ist eine große Stärke von Bands, die sich einfach Zeit nehmen für neue Songs und nicht live spielen. Live zu spielen ist eine ständige Form von Wiederholungen ohne jeden kreativen Schub. Wenn ich zu Hause bin, bin ich eigentlich ständig am überlegen, was ich als nächstes komponieren könnte. Trotzdem haben wir für Ende August ein eigenes Festival auf die Beine gestellt, das gleichzeitig den Abschluss unserer Open Air-Tour '98 bilden wird. Danach denke ich, wird es Zeit, auch in anderen Ländern mit Rammstein den Erfolg zu suchen.

?: Erfolg ruft auch immer Neider auf den Plan. Stören euch T-Shirts mit dem Aufdruck "Randstein - Ein ***** brennt", wie sie im vergangenen Jahr auf der Popkomm herausgegeben wurden?
!: Solche T-Shirts gab es? Sorry, ich habe sie nicht gesehen, aber das ist doch schon eher lustig. Weißt du, in Deutschland wird Neid ganz groß geschrieben. Und das ist etwas, was ich nie verstehe. Weshalb? Man sollte doch froh sein, dass es jetzt eine Band gibt, die international Erfolg hat und die ein Stück deutsche Musik ins Ausland bringt. Wenn du noch vor einem Jahr in Amerika jemanden gefragt hast, was fällt dir zu deutscher Musik ein, dann wurden Nena und Kraftwerk genannt. Es ist doch schön, wenn du auf einmal noch ein Beispiel hast. Aber die Deutschen haben immer ein Problem damit. Dann heißt es, die Band wird vermarktet oder gepusht. Ich persönlich habe überhaupt nichts gegen Kommerz und ich habe kein Problem damit, wenn man was Gutes macht, dass man das dann auch rausbringt. Man sollte die Leute nur nicht abzocken. Dafür muss man ein Gefühl entwickeln.

?: Eure Singlepolitik ist dann also eine Gefühlssache und keine Abzocke?
!: Abzocke wäre es, wenn wir jetzt doch noch ein englischsprachiges Album 'rausbringen würden. Oder eine Tour durch Deutschland zu machen ohne ein neues Produkt am Start zu haben.

discover.de


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#17

RE: Interviews

in Alles rund um die Band 11.04.2008 13:17
von Mr.Emigrate | 531 Beiträge

Oh Gott, wo hast du das denn ausgegraben?


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Across the oceans in my mind
Across the skies I left behind
A land of opportunity
A land to fill my destiny...
Emigrate

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#18

RE : Interviews

in Alles rund um die Band 12.04.2008 13:29
von Tillmania | 7.403 Beiträge

Forcus Magazin 2.12.2002 Messer - Interview

Rammstein-Sänger Till Lindemann über Seelenqualen, bezahlbare Anarchie und Roland Kaiser



FOCUS: Herr Lindemann, ähnlich wie die Rammstein-Texte jagen einem die morbiden Reime Ihres jüngst veröffentlichten Buches „Messer" einen Schauer über den Rücken. Es geht um Sterben, Tod, Nekrophilie, Inzest und Seelenqualen. Sind Sie ein schwermütiger Mensch?
Lindemann: Das große Leiden war schon immer ein Thema, das sich durch die Literatur gezogen hat. Möglicherweise bin ich zu sensibel für das Leben und muss mir deshalb einiges von der Seele schreiben. Als ich mir gestern Abend einige meiner Gedichte durchgelesen habe, bin ich leicht und beschwingt zu Bett gegangen.

FOCUS: Kein kalkuliertes Spiel mit dem Tabubruch?
Lindemann: Seit der Erfindung von Videospielen, Hollywood-Entertainment und Boulevard-Fernsehen gibt es keine Tabus mehr. Je extremer eine Sache ist, desto besser lässt sie sich verkaufen.

FOCUS: Gilt das auch für Rammstein?
Lindemann: Rammstein ist ein Werk von sechs Personen, das mit Management, Plattenfirma usw. einen kleinen Konzern bildet. Ich ziehe zwischen mir und der Band eine klare Trennungslinie. Mein Buch ist ein Soloprojekt, das nicht denselben Gesetzmäßigkeiten unterliegt.

FOCUS: Hört sich fast so an, als würde es Sie belasten, wenn Ihre Lyrik mit der Band assoziiert wird.
Lindemann: Nein. Aber mir geht es so ähnlich wie dem Sohn eines berühmten Schauspielers, der selbst auf die Bühne will und über den jeder sagt: „Der hat es ja leicht."

FOCUS: Sie sind allein erziehender Vater. Wie fand Ihre Tochter Nele denn die Verse, von denen einige auch von ihr handeln?
Lindemann: Ich konnte hören, wie sie die Gedichte mit ihrer Freundin kommentierte: „iih, das ist ja eklig." Oder auch: „Papa, was ist denn mit dir los?" (lacht) Sie kennt halt meine ironische Seite.

FOCUS: Haben Sie denn eine?
Lindemann: Natürlich, das glaubt mir nur keiner.

FOCUS: Ein Kritiker schrieb: „Lindemann muss einfach nur seinen Mund aufmachen, und das Publikum bekommt automatisch Angst." Falsch?
Lindemann: Ich war ja mittlerweile beim Zahnarzt. Scherz beiseite: Wie ich mich auf der Bühne gebe, ist Schauspiel, Theater. Sobald die Show vorbei ist, reiße ich wieder Witze. Es hat Jahre gedauert, bis ich mich derart verändern konnte. Ich könnte aber nie mit meinen Gedichten auf Lesereise gehen und vor 100 Menschen lesen. Dazu bin ich viel zu schüchtern.

FOCUS: Wie kamen Sie auf den Titel „Herzeleid" für Ihre erste Rammstein-platte? Eine Anleihe aus den deutschen Heldensagen - Parsifals Mutter hieß Herzeleide ...
Lindemann: „Bewahret einander vor Herzeleid" ist ein alter Spruch, den man auf Stickarbeiten oder in Eichenrinde geschnitzt findet.

FOCUS: Ihr Hit „Sonne", konnte man lesen, sei inspiriert vom so genannten zweiten Tanzlied aus Nietzsches „Also sprach Zarathustra". Dort wird auch jede Verszeile angezählt...
Lindemann: Um Gottes willen, nein! Die Auslegung unserer Texte ist oft phantastisch. Viele Fans hegen sehr hohe Erwartungen und sind dann enttäuscht, wenn wir uns nicht viel dabei gedacht haben. „Sonne" war einfach eine Ein marschhymne für Vitali Klitschko.

FOCUS: Auf der Bühne wirken Sie sehr exaltiert. Führen Sie ein exzessives Leben?
Lindemann: Nein, ich lebe eher maßvoll. Ich will mit 50 mit meinen Enkelkindern an den See fahren, deshalb muss ich auf meine Gesundheit achten. Wenn ich von einer Tour nach Hause komme, merke ich, wie die Herzklappen klingeln. Zur Entspannung gehe ich mit Freunden Free Jazz hören oder lege Roland Kaiser auf.

FOCUS: Wie bitte?
Lindemann: Ja. Besonders gern höre ich „Es kann der Frömmste nicht in Frieden leben" oder „Manchmal möchte ich schon mit dir". Textzeilen wie „Du verlierst den Mann, ich verlier den Freund" mit einem bösen Gitarrenriff und einer Industrial Sequenz wären der Hammer.

FOCUS: Apropos böse. Nach dem Massaker an der Columbine High School in Littleton, bei dem zwei Schüler Amok liefen, stand neben Marilyn Manson Rammstein am Pranger, weil die Täter Ihre Musik gehört hatten. Hat Ihnen das geschadet?
Lindemann: Da Manson Amerikaner ist, wurden hauptsächlich wir für dieses Unglück verantwortlich gemacht. Leider ging es der Presse nicht um eine inhaltliche Diskussion, sondern nur um Schlagzeilen. Dennoch hat uns das nicht geschadet, ganz im Gegenteil.

FOCUS: Sie und Ihre Band gelten ja ohnehin nicht als besonders auskunftsfreudig, besonders wenn es um das Spiel mit faschistoider Symbolik geht.
Lindemann: Ich beantworte diese Fragen nicht mehr. Genug ist genug.

FOCUS: Interessieren Sie sich für Politik?
Lindemann: Überhaupt nicht. Ich gehe auch nicht wählen, mir ist bewusst, dass das nicht gerade vorbildlich ist.

FOCUS: Was bedeutet Ihnen materieller Reichtum?
Lindemann: Ich lebe eigentlich sehr bescheiden. Ich leiste es mir ab und zu, auf dem Bürgersteig zu parken oder die Geschwindigkeit zu überschreiten. Ich gönne mir quasi Anarchie, die man bezahlen kann. (lacht) Die einzige Extravaganz, die ich mir erlauben werde, ist der Kauf des bankrotten Zwickauer Zoos gemeinsam mit meinem Freund und Herausgeber Gert Hof. Wir hoffen, den kompletten Zoo kaufen zu können, damit die Tiere nicht verteilt werden müssen.

FOCUS: Derzeit haben Sie mit „Feuer frei", dem Titelsong zu dem Action-Streifen „xXx", wieder einen Hit in den Charts. Trotzdem promoten Sie lieber Ihr Buch, als zu den MTV Music Awards zu fahren. Warum?
Lindemann: Ich könnte mir vorstellen, dass die Literatur irgendwann einmal wichtiger für mich wird als die Musik. Auf die Party hatte ich einfach keine Lust. Das ist nichts anderes als Schlüpferzeigen auf dem roten Teppich. Was soll ich dort?


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zuletzt bearbeitet 01.10.2009 18:05 | nach oben springen

#19

RE: Interviews

in Alles rund um die Band 13.04.2008 14:27
von Tillmania | 7.403 Beiträge

ONE Januar 2005

Rammstein ist eine der wenigen deutschen Gruppen,die nicht nur in Deutschland selbst, sondern auch international bekannt sind. Der aktuelle Erfolg von "Reise Reise" ihrem vieten Album, stellt erneut unter Beweis, dass Rammstein sicherlich noch ein lange Karriere vor sich hat... Vor zwei Jahren allerdings hätte sich die Gruppe fast getrennt. Näheres dazu von Till, Richard und Christoph höchstpersönlich...

Vor dem Erscheinen von "Reise Reise" gab es zahlreiche Gerüchte über eine mögliche Trennung der Gruppe. Was ist wirklich passiert?
Richard: Wir haben uns nie trennen wollen. Wir haben nach "Mutter" allerdings eine ziemlich schwierige Phase durchgemacht. Die Produktion des Albums war für das Label sehr kostspielig, deshalb standen wir ziemlich unter Druck. Dieser Druck wurde über einen längeren Zeitraum auf uns ausgeübt und es kam zu heftigen Spannungen zwischen uns; da wir nicht mit den gleichen Erwartungen an dieses Album herangegangen sind. Daher eine eijährige Pause ein, um Abstand zu gewinnen und keine voreilige Entscheidung zu treffen. Nach dieser Pause waren wir uns einig: wir wollten zusammen weitermachen.

Habt ihr euch in dieser Zeit heftig gestritten?
Till:Wenn man zehn Jahre lang in einer Gruppelebt, so als wenn man verheiratet ist, wenn man mehr Zeit mit den "Arbeitskollegen" als mit seiner Familie verbringt, sind Spannungen unvermeidbar. Seit zehn Jahren hängen wir ständig zusammen. Das ist ganz schön lang! Manchmal streiten wir uns wegen irgendwelcher Nebensächlichkeiten. Es gibt dann z.B. ziemlich heftige Auseinandersetzungen darüber, wer das Recht hat, oben zu schlafen oder den größten Kleiderschrank zu benutzen! (Lachen)
Richard: Ehrlich gesagt, bin vor allem ich daran schuld, dass sich die Beziehung der Gruppenmitglieder so extrem verschlechtert hat. In dieser Zeit erstickte meine Kreativität die der anderen, denn ich wollte alles selbst machen. Meine Leidenschaft für die Musik machte mich blind, ich sah nicht, dass ich die anderen total erdrückte. Sobald ich meine Hand im Spiel hatte, konnte kein anderes Gruppenmitglied mehr zu Wort kommen, Und da ich immer ein Wörtchen mitzureden hatte...
Christoph: Wir waren an einem Punkt angekommen, an dem es unmöglich war, das Wort "Richard" auszusprechen, ohne das Wort "*****loch" oder "Schwein" anzuhängen! (Gelächter) ZU Richard sprach man wie gegen eine Wand...

Was habt ihr gemacht, um die Situation wieder in den Griff zu bekommen?
Till: Wir haben vor allem viel miteinander geredet, was einen regelrecht therapeutischen Effekt auf uns hatte. Der Austausch innerhalb der Gruppe ist sehr wichtig. Übrigens habe ich oft den Eindruck, dass wir mehr Zeit beim Diskutieren als mit dem Komponiren von Musik verbringen. (Lachen)
Richard: Als mir klar wurde, dass fast alle Mitglieder der Gruppe gegen mich waren, bin ich gegangen. Ich habe Abstandvon der Gruppe genommen, um nachzudenken. Ich habe eine Pause eingelegt und bin wiedergekommen, um zu schauen, wie die Dinge ohne mich liefen. Ich habe gemerkt, dass die anderen sehr positiv auf mich reagierten und darauf warteten, dass ich meine Haltung ändere, damit sich unsere Beziehung wieder normalisieren konnte. Und das habe ich gemacht. Ich habe endlich eingesehen und bin stolz darauf, dass Rammstein aus sechs Personen besteht...

Glaubt ihr, dass euch der damalige Welterfolg zu Kopf gestiegen ist?
Richard: Auf keinen Fall! Eins steht fest, wir stehen mit beiden Füssen auf dem Boden. Unsere Probleme hatten nichts mit unserem Erfolg zu tun. Und noch eins ist klar: Wie auch immer der Erfolg von "Reise Reise" sein wird - das Abenteuer Rammstein ist längst nicht beendet...

Die Aufnahmen von "Reise Reise" haben dem zur Folge unter wirklich guten Bedingungen stattgefunden?
Richard: Ja. Für jeden von uns war die Gestaltung dieses Albums eine einzigartige und absolut neue Erfahrung. Alle Probleme haben in Luft aufgelöst, sobald wir mit den Aufnahmen des Albums angefangen haben. Wir haben uns voll und ganz darauf eingelassen und alles hat reibungslos geklappt. Wir wollten nicht länger Sklaven unserer Maschinen sein und haben ein völlig neues Konzept für dieses Album entworfen. Unser Ziel war es eine menschlichere Musik zu realisieren. Dadurch kann man sicherlich so untypische Titel wie "Amour" erklären oder Songs in denen trationelle Instrumente wie das Arkkordeon eingesetzt werden.
Christoph: "Reise Reise" wurde fast ausschließlich im Proberaum live aufgenommen. Wir haben die Stücke beim Zusammenspiel kreiert, so wie eine richtige Rockgruppe, während wir vorher fast ausschließlich am Computer komponierten. Früher war der persönliche Anteil, den jeder beisteuerte, wesentlich beschränkter. Auf "Reise Reise" haben wir es uns zur Aufgabe gemacht ausschließlich Live-Instumente und weniger Elektronik einzusetzten. Unsere neue Arbeitsweise liegt uns wesentlich besser. Jeder von uns hatte so wesentlich mehr Möglichkeiten sich in den Kompositionsprozess einzuklinken.

Rammstein ist ein Kollegtiv, aber die meisten Fans betrachten Till als den Leader der Gruppe...
Till: Die Sänger werden oft als Leader betrachtet... Das Publikum hat diesen Eindruck, aber für mich sind wir wie die Arbeiter auf einer Baustelle: es gibt Maurer, Vermessungstechniker, Zimmerleute usw. Jeder hat seine Rolle in diesem Kollegtiv. Und so funktioniert Rammstein.
Richard: Ein Beweis für unsere Solitarität ist die tatsache, dass wir unsere gesamten Gewinne zu gleichen Teilen unter uns aufteilen.

Till stimmt es, dass du eigentlich eher schüchtern bist? Hast du Angst vor den Konzerten?
Till: Früher hatte ich vor jedem Auftritt höllische Angst. Jetzt geht das schon viel besser, man gewöhnt sich halt daran. Aber ich habe noch Lampenfieber. Ich spiele überhaupt nicht gern in kleinen Sälen, ich kann mich nicht mit der Idee anfreunden, dass das Publikum sehen kann, wie mir der Schweiß aus den Poren läuft...

Kannst du den privaten Till Lindemann beschreiben, so wie du bist, wenn du nicht auf der Bühne stehst. Halt die Seiten, die dem breiten Publikum unbekannt sind?
Till: Das ist sehr persönlich und schwierig, ein Thema über das ich nicht gerne rede. Um mehr zu erfahren, müsste man meine vier Ex-Frauen befragen. Doch ich glaube nicht, dass sie viel Positives über mich zu erzählen haben...(Gelächter)

Till, es ist bekannt, dass du alle Texte von Rammstein schreibst. Wer komponiert die Musik?
Till: Die Arbeit, die mich am meisten interessiert, ist natürlich das Texten. Aber es kommt auch vor, dass ich am Erstellen der Musik teilnehme: der Text muss auf die Musik abgestimmt sein. Es kommt vor, dass die fünf anderen davon überzeugt sind, dass ein Riff gut ist. Wenn dieser mir allerdings nicht zusagt, halte ich nicht mit meiner Meinung zurück.

Auf den Promo-Fotos des neuen Albums tragt ihr alle weiße Hemden, Krawatten und Brillen. Wer ist auf diesen Look gekommen?
Till: Wir haben uns an dem Charakter von Michael Douglas in dem Film "Falling Down - Ein ganz normaler Tag" orientiert. Wir haben uns gesagt, dass dies eine gute Gelegenheit sei, unser bisheriges Images über Bord zu werfen.
Richard: Anfänglich war Till von dieser Idee nicht gerade begeistert. Aber letztendlich hat alles hervorragend funktioniert...

Die Presse wirft euch regelmäßig vor, faschistisch zu sein... Wie reagiert ihr auf das, was über euch geschrieben wird?
Richard: Das Problem ist, dass man uns vorwirft, faschistisch zu sein, ohne uns zu fragen, was wir wirklich darüber denken! Diese Gerüchte haben uns ganz schön wütend gemacht... Heute ist uns das allerdings ziemlich gleichgültig. Wir kennen unsere Wahrheit, und das Lügen über uns verbreitet werden, ist uns egal.

Einigen Grüchten zufolge soll es anscheinend bald eine Zusammenarbeit zwischen Rammstein und t.A.T.u. geben. Richtig oder falsch?
Richard: Das war wirklich eine Idee von uns. Wir haben einen Titel, der sich "Moskau" nennt und haben das Mangement von t.A.T.u. kontaktiert, um zu wissen, ob die beiden Mädels auf unserem Titel singen könnten. Aber es ist zu schwierig etwas mit ihrem Manager auf die Beine zu stellen. Wir haben uns über drei Monate lang für dieses Projekt eingesetzt. Und schließlich hatten wir die Nase voll, unsere Zeit zu verlieren. So viele unnötige Diskussionen, nur um irgendwelche Stimmen auf einem Song zu haben... Das war die Hölle!

Einige deutsche Gruppen scheinen eure Konzerte zu imitieren. Was denkt ihr darüber?
Richard: (Genervt) Das bedeutet, dass Rammstein keine schlechte Gruppe ist. Aber wie immer gibt es ein Orginal und viele Kopien. Wir können nicht wirklich behaupten, dass uns das Freude macht, wenn wir sehen, wie "In Extremo" unsere pyrotechnischen Effekte bei Konzerten verwendet. Ich kenne den Sänger der Gruppe, ein wirklich netter Typ. Aber ihre Musik gefällt mir nicht.

Ihr seid in der Anfangsszene des Films "xXx" zu sehen. Was habt ihr bei euren ersten Film-Erfahrungen gelernt?
Richard: Wir waren total glücklich darüber, dass man uns fünf Minuten in diesem Film sehen kann! Was mich betrifft, so habe ich seit unseren Anfängen einen Traum: ich würde gerne einen Film über Rammstein machen. Wir haben bereits mit Werner Herzog gesprochen, einem der besten deutschen Regisseure. Wir haben über die Idee geredet, einen Film über die Gruppe zu drehen, aber zurzeit handelt es sich nur um ein vages Projekt. Ich hoffe, dass wir es eines Tages realisieren werden...


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#20

RE: Interviews

in Alles rund um die Band 01.05.2008 10:08
von Tillmania | 7.403 Beiträge

Hier ein etwas neueres Interview mit Flake. Da geht es zwar mehr um Feeling B. aber man
kann auch bissel interessantes über Rammstein erfahren.

Straßenfeger 08/2008


„Du wirst den Gipfel nie erreichen“ – 25 Jahre Feeling B

Interview mit Flake Lorenz, Keyboarder von Feeling B und Rammstein



„Feeling B“ sind eine legendäre Ost-Punk-Band. Sänger Aljoscha Rompe war eine der schillerndsten Figuren der Untergrundszene. Seine Wohnungen in der Fehrbelliner Straße und in der Schönhauser Allee waren wichtige Treffpunkte. Die Band wollte niemals artig und immer anders sein. Sie war nicht vordergründig politisch, durch ihren gelebten Anarchismus wiederum jedoch sehr politisch. Als sie 1989 bei der Plattenfirma „Amiga“ das Album „Hea Hoa Hoa Hoa Hea Hoa Hea“ veröffentlichen durfte, lag die DDR bereits in den letzten Zuckungen. Wie es zuging bei der Band und im Osten, kann man im Buch „Mix Mir Einen Drink“ (Schwarzkopf&Schwarzkopf) nachlesen: „Feeling B hat die DDR nicht erschüttert, spielte aber den Soundtrack zu ihrem Untergang“.

20 Jahre nach Ende der DDR wissen immer weniger Menschen etwas über deren alternative Jugendkultur. Deshalb und weil er die Aufnahmen von „Feeling B“ nicht im Keller vergammeln lassen wollte, hat Flake Lorenz, Keyboarder bei „Feeling B“ und „Rammstein“, bei „MotorMusic“ die CD „Grün und Blau“ herausgebracht. Dazu hat er ein wunderschönes Buch mit alten Fotos, Dokumenten und Texten gemacht. Im Internet heißt es: „... ein Glücksfall für alle, die sich für Punk in der DDR, Musik aus dem Untergrund und die Verarbeitung der Wiedervereinigung in ebendiesem interessieren. Ein wichtiges Stück deutscher Musikgeschichte, dass auch heute noch in vielen Bands inhaltlich (Mittelalterrock) und personell (Rammstein) weiterlebt.“ (bio@myspace.com/feeling_b) Andreas Düllick sprach mit Flake über beide Bands, den Osten und die neue Platte mit den alten Songs.

sf: Wie bist Du zur Musik und zu ‚Feeling B’ gekommen?

Flake: Ich hatte in der Schule einen Freund, der konnte Klavier spielen, das hat mich so tief beeindruckt, da habe ich meine Eltern genervt, ich muss sofort auch Klavierspielen. Wir haben eins gekauft von einer alten Frau, das hat 100 Mark gekostet und auch noch ganz gut funktioniert. Ein Problem war der Klaviertransport, es gab nur den Neuder, der fährt immer noch mit so einem orangenen, alten LKW. Wir mussten vier oder fünf Monate warten, bis das Klavier endlich angeliefert wurde. Mein erstes Keyboard hat mir mein Vater gekauft. Das war mein Eintritt in eine richtige Band.

Mit 16 hat mir dann ein Freund, ein Trommler, gesagt, ‚ich habe jetzt eine Band, ist aber kein Blues, ist Deutsch-Rock’. Ich bin mit ihm in eine Wohnung, da habe ich gedacht, ‚das kann nicht sein’. Meine Eltern haben ja ganz ordentlich gelebt und diese Wohnung war so verrückt. So was hatte ich noch nicht gesehen, mit Badewanne in der Küche, rot angestrichen und Wurzeln an den Wänden. Das war die Wohnung von Aljoscha Rompe, der kam dann auch gleich rein und hat schallend gelacht. Dem war völlig egal, dass ich erst 16 war, und hat gesagt, ‚so, ich mach jetzt erst mal Nudeln’. Dazu hat er eine Flasche Schnaps auf’n Tisch gestellt. Und abends war ich hackedicht, zum ersten Mal richtig betrunken.

sf: Gab es ein Erweckungserlebnis in Sachen Punkrock?

Flake: Ich denke schon, dass das die ‚Sex Pistols’ waren. Das war so eine Wucht und so eine Macht, irgendwie war klar, man muss jetzt Punk werden. Das war nicht aufzuhalten – dieser Prozess.

sf: Kannst Du Dich an Eure erste Einstufung erinnern?

Flake: Wir waren damals im Kreiskulturhaus Lichtenberg. Schon Wochen lang vorher haben wir dafür geprobt mit abgemilderten Texten. Wir haben einen Filmprojektor besorgt und alle Freunde gefragt, ob sie uns Instrumente, Bühnenelemente und Boxen bauen können. Wir hatten dann die größte Anlage, das war schon mal ein Plus. Die Kommission war so begeistert, dass sie uns eine Sonderstufe gegeben haben, obwohl man das vom musikalischen Können her auf keinen Fall hätte machen dürfen.

Sf: Habt Ihr Euch im Laufe der Jahre musikalisch entwickelt?

Flake: Wir sind alle ein wenig besser geworden, aber richtig fundierte Musiker sind wir immer noch nicht. Das Gute war, dass Aljoscha so notorisch unmusikalisch war, dass es schon wieder was ganz Besonderes war. Er konnte wirklich etwas zu spät singen und dann im Takt bleiben, das schafft kein Mensch, da muss man schon ein Rhythmusgenie sein. Gerade dieses Unvollkommene war es eigentlich.

sf: Was war für Euch wichtiger – Musik oder Text. Wie habt Ihr geprobt?

Flake: Das war alles Wurst und hat überhaupt keinen interessiert. Bei einem Text hat Aljoscha einfach ein Buch mit ‚Stones’-Texten genommen, sich aus verschiedenen Liedern eine Zeile rausgepickt und dann war der Text fertig. Es war nur schade, wenn wir ein Lied hatten, das uns musikalisch total gefiel und wir keinen Text dazu hatten. Die Proben waren nicht das, was ich jetzt als Proben bezeichnen würde. Wir haben uns getroffen, haben sehr viel getrunken dabei und waren absolut nicht effektiv.

sf: Kannst Du Dich an Deinen ersten Auftritt mit ‚Feeling B’ erinnern?

Flake: Ja, da sind wir mit ‚Freygang’* mitgefahren, weil wir keine Spielerlaubnis hatten. Während die gegessen haben – das waren Tanzveranstaltungen mit mehreren Runden – durften wir dann spielen. Ich war so aufgeregt, dass ich gar nicht gemerkt habe, dass mir der Stecker aus der Orgel rausgerutscht war und ich gar nicht zu hören war. Es war ein Krach auf der Bühne von der Gitarre und vom Schlagzeug, ich dachte, das muss so sein. Doch dann fingen die Leute an zu schreien und mit Bierkrügen zu werfen, weil das war ja ein Blues-Publikum, und die waren so was wie uns überhaupt nicht gewohnt.

sf: Eure Hiddensee-Aufenthalte z. B. sollen ja auch recht prägend gewesen sein?

Flake: Wir mussten uns dort oft verstecken. Es gab in Vitte den ABV Gruber. Sechs Wochen waren wir einmal auf der Insel und haben nur dort geschlafen, wo es verboten war. Gruber hat uns sechs Wochen lang gejagt. Ab und an hat er dann doch mal einen erwischt, denn wenn’s geregnet hat, sind wir in die Bushaltestelle gekrochen. Das war so‘n Spielchen, das musste sein, sonst hätte es auch keinen Spaß gemacht vielleicht, wenn man einfach so ein Quartier gehabt hätte.

sf: Wie seid Ihr finanziell über die Runden gekommen?

Flake: In der DDR waren die Sachen, die man zum normalen Leben brauchte, so unglaublich billig, dass jeder so gut leben konnte, wie man sich‘s nur vorstellen kann. Und wenn wir auf Hiddensee waren, brauchten wir nischt außer Geld für Schnaps. Wir haben Kartoffeln geschält und dafür gab‘s was zu essen. Wir haben aus Silberdraht Ohrringe gebastelt. Die Idee kam von Aljoscha, weil der in den Westen fahren konnte und das Material besorgte. Die Leute haben uns auf Hiddensee das Zeug aus den Händen gerissen, die standen richtig Schlange und wir mussten extra langsam arbeiten, damit der Preis von 15 Mark für ein paar Ohrringe gerechtfertigt war. Uns ging‘s richtig gut.

sf: Wie war das mit den Einnahmen der Band?

Flake: Für die Musik haben wir das wenigste Geld bekommen. Wir hatten damals gar kein Privatgeld, Aljoscha hat alles verwaltet. Er war der festen Meinung, dass zu viel Geld den Menschen versaut. Er hat uns erzogen, sparsam zu sein, was sich im Nachhinein auch bewährt hat. Ich musste zum Beispiel mein Keyboard, er hatte mir ein Casio aus dem Westen mitgebracht, abbezahlen. Die Hälfte hat er bezahlt und die andere Hälfte musste ich bezahlen. Mir ist bei jedem Konzert von der Gage die Hälfte abgezogen worden und wenn die anderen so 50 Mark gekriegt haben, dann habe ich nur 25 Mark gekriegt. Das ging über drei Jahre so, bis er gesagt hat, ‚so, jetzt hast’n abbezahlt, jetzt ist es deiner’.

sf: Kannst Du Dich an den 9. November 1989 erinnern?

Flake: Das Lustige ist, dass wir an diesem Tag ein ‚Feeling B’-Konzert hatten im ‚Pike‘-Club in Westberlin. Es war so eine Öffnungsphase, wo die DDR vielleicht zeigen wollte, dass sie nicht ganz so vermauert ist, und hat uns im Westen schon spielen lassen. Wir hatten ein Dienstvisum in unseren blauen Pässen und durften in den Westen fahren, was wir einmal begeistert gemacht haben. Dann waren wir doch ziemlich erschrocken, wie es da so aussieht. Selbst wenn die Mauer nicht aufgegangen wäre, hätten wir keinen Ausreiseantrag gestellt oder wären weiter in den Westen gefahren. So toll war es da nun wirklich nicht.

Wir haben jedenfalls im ‚Pike’ gespielt und auf einmal kamen viele Bekannte von uns rein von anderen Bands und so. Da habe ich gedacht, ‚nein, die können doch nicht alle abgehauen sein, jetzt, wo es gerade etwas lockerer wird, das gibt’s doch nicht’. Die haben dann gewunken und geschrien, ‚die Mauer ist offen’. Ich habe mich sehr gefreut, dass die gleich zu uns gekommen sind. Muss man sich mal vorstellen, da ist die Mauer offen, man kommt in den Westen und geht zu einer Ost-Band, das fand ich cool.

sf: Was hat der Fall der Berliner Mauer damals für Dich bedeutet?

Flake: Ich habe das gar nicht so richtig mitgekriegt, habe das erst später richtig verarbeitet. Mir ging es da wahrscheinlich wie allen, man schwimmt im Strom der Geschichte so mit. Ich bin dann mit dem Trabi in Westen gefahren und habe mir auf’s Dach klopfen lassen, obwohl ich das auch früher schon hätte können. Begrüßungsgeld habe ich mir auch abgeholt. Ich war in dieser Euphorie mit drin.

sf: Wie ist das jetzt für Dich, fast 20 Jahre später? Deutschland einig Vaterland oder Ostalgie?

Flake: Ich gehöre zu den Verklärern, muss ich leider zugeben. Jetzt, wo ich beide Systeme kenne, muss ich sagen, die DDR hat mir wesentlich besser gefallen. Da konnte man unbeschwerter und schöner leben. Es sind einfach viele böse Sachen so nicht passiert. Ich bin schon an Politik interessiert, das muss man sein, um sich in dieser Welt bewegen zu können. Ich fand die DDR genial, dass es so ein Spielzeugland gibt, was völlig außerhalb der Welt ist, das Gegenteil von Globalisierung ... Ich finde die Idee einfach gut.

sf: Kritiker könnten dagegenhalten, dort wurden auch Musiker unterdrückt und von der Stasi ausgespäht. Wie siehst Du das?

Flake: Den Menschen bekommt das ganz gut, wenn man auf sie aufpasst, man merkt ja, was passiert, wenn keiner auf sie aufpasst, man denke nur an ‚sechs Wochen tot in der Wohnung und keiner merkt’s’, so was wäre früher auf keinen Fall passiert.

sf: Wie bist Du zu ‚Rammstein’ gekommen?

Flake: Nach der Wende wurde es mit ‚Feeling B’ etwas komisch, eine Ostpunk-Band hatte in dieser neuen Welt keine Funktion mehr. Wir haben gemerkt, dass unsere Band schon ziemlich veraltet ist. Punk war eine Sache der frühen 80iger und plötzlich hatten wir 1990. Wir haben dann mit ‚Rammstein’ versucht, eine neue Art von Musik zu machen.

sf: Es gibt das Gerücht, dass Du Dich lange dagegen gewehrt hast, bei ‚Rammstein’ zu spielen?

Flake: Ja, ich bin ein Mensch, der gern an alten Sachen festhält. Ich mag alte Sachen, ich ziehe nur alte Sachen an, ich finde Oldtimer schöner als neue Autos, ich würde nie im Neubau wohnen, ich kann nichts wegschmeißen. Das ist so eine geistige Haltung, hat mit der Band an sich nichts zu tun.

sf: Früher seid Ihr mit einem klapprigen ‚Robur LO’ von Dorf zu Dorf gefahren. Jetzt reist Ihr schon mal mit dem eigenen Charterflugzeug zu Konzerten in Weltstädten an, verdient einen Haufen Kohle und es gibt einen echten Starkult. Fühlst Du den Unterschied?

Flake: Das ist so ein ganz langsamer, fließender Übergang von 15 bis 20 Jahren gewesen. Man sollte nicht vergessen, dass wir seit 1983 zusammen Musik machen, zum Teil mit denselben Leuten. Und wenn sich die Dinge immer so ein klein wenig wandeln, dann bemerkt man das gar nicht so. Das ist wie mit Kindern, wenn man ein eigenes hat, merkt man nicht, wie es wächst. So geht es mir auch mit ‚Rammstein’. Für uns ging’s immer so weiter und von außen denkt man, ‚oh, Wahnsinn, Flugzeuge und so was’.

sf: Was war schöner, unterwegs mit ‚Feeling B’ oder jetzt mit ‚Rammstein’ in Luxushotels?

Flake: Das kann man nicht vergleichen, aber von der Lebensfreude her ist immer der klapprige Tourbus vorn, das ist doch völlig klar. Was soll an einem Luxushotel Spaß machen oder einem ein gutes Gefühl verschaffen? Das ist doch nur noch Bequemlichkeit, wenn man alt wird oder so. Spaß ist was anderes.

sf: Hast Du Songs von ‚Feeling B’ und ‚Rammstein’, die Du ganz besonders magst?

Flake: Mein Lieblings-Song von ‚Feeling B’ ist eigentlich ‚Gipfel’, bei ‚Rammstein’ ist es ‚Rammstein’, weil das ist die Urkraft, so fing es auch an und das drückt am besten aus, was wir jetzt machen.

sf: Unterscheidet sich die Probenarbeit bei ‚Rammstein’ von der bei ‚Feeling B’?

Flake: Es ist nicht anstrengender, sondern disziplinierter. Man fängt halt früh um 10 Uhr an und arbeitet bis 18 Uhr, trinkt kein Bier dabei, man macht eine Mittagspause und geht an die Luft, um ein wenig zu atmen. Es ist schon was anderes.

sf: Seid ihr eigentlich noch die dicken Freunde bei ‚Rammstein’ oder eher professionelle Arbeitskollegen wie die ‚Rolling Stones’?

Flake: Wir haben als gute Freunde angefangen, jetzt sind wir auch Kollegen und entscheidend ist nicht, wie gut man spielt, sondern man muss teamfähig sein, sich untereinander gut verstehen und auch befreundet sein. In manchen Fällen war die Freundschaft viel größer als das Kollegiale und wir fahren immer noch in den Ferien zusammen weg.

sf: Was sind die nächsten Projekte?

Flake: Wir sind gerade dabei, eine Platte aufzunehmen, die wird dieses Jahr fertig; nächstes Jahr gehen wir wieder auf Tour.

sf: Wie ist das auf Tourneen? Wenn man sich die DVD ‚Völkerball’ anschaut, ist man völlig überwältigt von Euerm Erfolg bei den Fans weltweit, obwohl Ihr in Deutsch singt?

Flake: Ich kann das schon verstehen, wir konnten ja im Osten früher auch kaum Englisch, ich kann’s heute noch nicht. Trotzdem haben wir bei den Bands die englischen Texte mitgesungen. Die Sprache, in der gesungen wird, ist doch völlig wurscht, wenn die Band geil ist.

sf: Wie kamst Du denn auf die Idee, Ende 2007 bei MotorMusic die ‚grün & blau’-Platte zu machen und dazu so ein schönes Begleitbuch?

Flake: Ich hatte die Bänder im Keller und wenn ich das nicht gemacht hätte, wären die Bänder für immer in der Versenkung verschwunden. Das wäre sehr schade. Gerade, wo jetzt die DDR-Jugend, DDR-Rock und DDR-Punk in der Presse wieder interessant werden, finde ich, ist das wichtig. Ich merke, dass ein komisches Bild über die Ost-Jugend entsteht, so unter dem Motto ‚Was, ihr durftet da Musik machen, ich denke man hat euch da alles verboten und ihr wart eingesperrt!?’ Es ist ja heute so, dass viele damals nicht dabei waren und es sich gar nicht vorstellen können, wie es früher im Osten wirklich war.

sf: Wie war das Interesse der Plattenfirmen?

Flake: Wenn ich nicht Flake von ‚Rammstein’ gewesen wäre, hätte es nicht geklappt, dann hätte nicht einer mit mir auch nur ein Wort darüber gewechselt. Da hat man dann im Hinterkopf, dass es einerseits ganz gut ist, wenn man so ein wenig bekannt ist. Es ist andererseits auch gut, wenn man merkt, wie interessant so ein Thema für eine Plattenfirma wirklich ist. Also gleich null.

sf: Ist mit dieser Platte das Projekt ‚Feeling B’ beendet?

Flake: Ja klar, jetzt gibt es keine unveröffentlichten Sachen mehr. Ich habe den letzten Schmierzettel sozusagen noch mit abgedruckt.

sf: Wovon träumst Du privat und als Musiker?

Flake: Als Musiker von gar nichts mehr, weil schon viel mehr passiert ist, als ich mir jemals hätte erträumen können. Privat ist auch alles schön, ich bin da sozusagen schon im Bonus-Bereich.



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#21

RE: Interviews

in Alles rund um die Band 15.08.2008 20:11
von MadamLu | 129 Beiträge

Richard in RockHard


zuletzt bearbeitet 12.07.2009 16:21 | nach oben springen

#22

RE: Interviews

in Alles rund um die Band 15.08.2008 20:42
von Shanni | 3.701 Beiträge

hm,... kreuzzüge, templerzeit...

hey ^^
labern können wir gern mal drüber ^^

es gibt nichts was interessanter ist als geschichte und die genialste erfindung der welt wär ne zeitmaschine ^^
nur ein problem an der sache... ih hätte als frau voll verkackt ^^
naja.. auf jeden fall total interessant

vorallem das erotische, aber nicht pornöse video (sprich NYC) kann er gerne ruhig öfter machen...

und drehbücher.... aber gerne ^^
wenn das sowas wird wie léon... oh wie göttlich.. und als schauspieler isser sicher auch nciht zu verachten ^^

also eigneltich kann er ja alles...
außer an fernsehtürmen hochklettern...


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Warum in die Ferne schweifen, wenn alles was du suchst direkt vor deiner Nase ist???

zuletzt bearbeitet 12.07.2009 16:22 | nach oben springen

#23

RE: Interviews

in Alles rund um die Band 15.08.2008 20:52
von Shanni | 3.701 Beiträge

naja der lidstrich......

ok ,ich bin schon ruhig, ich kanns ja auch nich ^^


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#24

RE: Interviews

in Alles rund um die Band 15.08.2008 20:53
von Emigrate Lindemann | 8.646 Beiträge

hehe aber das gesamtbild des herrschers regt mich wieder an weiter zu schreiben in meiner story nun ja gehört nicht wirklich hier zum mthema^^
aufjedenfall liebe ich diese bilder!^^


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zuletzt bearbeitet 12.07.2009 16:23 | nach oben springen

#25

RE: Interviews

in Alles rund um die Band 15.08.2008 20:55
von Shanni | 3.701 Beiträge

die sind ja auch genial...
aber das interview..

man.. der is echt...
das weiss ma manchmal nich ob man lachen oder heulen soll...
ich glaub wenn man irgendwas mit dem macht ist man immer gut unterhalten ^^


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Warum in die Ferne schweifen, wenn alles was du suchst direkt vor deiner Nase ist???

zuletzt bearbeitet 12.07.2009 16:24 | nach oben springen

#26

RE: Interviews

in Alles rund um die Band 15.08.2008 20:56
von Tillmania | 7.403 Beiträge

interessantes interview! das meiste hat ja shanni schon dazu gesagt.
mir gefällt aber auch seine selbstkritische haltung!


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zuletzt bearbeitet 12.07.2009 16:24 | nach oben springen

#27

RE: Interviews

in Alles rund um die Band 15.08.2008 21:06
von Shanni | 3.701 Beiträge

das stimmt, er is nich abgehoben...
das is mir auch aufgefallen..
aber das zeichnet ihn miener meinung nach sowieso aus...
und niem mit der eigenen arbeit zufrieden


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Warum in die Ferne schweifen, wenn alles was du suchst direkt vor deiner Nase ist???

zuletzt bearbeitet 12.07.2009 16:25 | nach oben springen

#28

RE: Interviews

in Alles rund um die Band 15.08.2008 21:08
von Emigrate Lindemann | 8.646 Beiträge

so ich kann dem allem nur zustimmen! er ist wahrlich auf dem teppich geblieben und das finde ich so klasse! er weiß was er will und setzt sein ding durch!


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zuletzt bearbeitet 12.07.2009 16:25 | nach oben springen

#29

RE: Interviews

in Alles rund um die Band 15.08.2008 21:08
von Shanni | 3.701 Beiträge

und er hat höhenangst ^^

(der wohnt sicher in NY im erdgeschoss ^^


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#30

RE: Interviews

in Alles rund um die Band 15.08.2008 21:11
von Emigrate Lindemann | 8.646 Beiträge

bestimmt^^


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zuletzt bearbeitet 12.07.2009 16:25 | nach oben springen


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